Blickrichtung

baum, straßenlaterne, baum, straßenlaterne, baum und straßenlatene im wechsel. eine seitenstrasse, ein baum, eine seitenstrasse links, eine strassenlaterne, eine seitenstrasse rechts und die frage: „bin ich schon zu weit gefahren?“ diese trügerischen seitenstrassen, erst locken sie einen mit ihrem einblick, der reiz des unbekannten, der hoffnung auf finden und enden an einem leeren haus, am friedhof, an einem überfüllten parkplatz. wo ist der weg zum meer? zum strand, wo ich meine schuhe ausziehe, die zehen sich in die feuchte masse bohren. wellen machen hosenbeine nass, salz gibt dem blick einen geschmack. strassen enden, wege verschwinden, gedanken lernen fliegen. wind berührt gesicht. sand wird zu fels, wellenrauschen zu gebiergsbächen, die sich sehnend und begierig zugleich in nachttrunkene schluchten stürzen. endlosigkeit wird zu einer bergkette, der blick über ein wolkenmeer am erwachenden punkt der sonne. stille wird zu sturm, schritte lenken ihren weg gen himmel, weiter in das noch fade blau am horizont, das zu brennen beginnt. der tag brennt die nacht, der sturm die unerträgliche stille im innern. schritt für schritt, ein baum, eine strassenlaterne, ein baum, eine laterne, dann eine seitenstrasse. ich möchte anbiegen.